So arbeitet TermBoy: Aufbau Ihrer Terminologiedatenbank

Wie wird Ihre Terminologiedatenbank aufgebaut?

Die TermBoy-Datenbanken werden nach zwei verschiedenen Verfahren aufgebaut, die sich auch kombinieren lassen:

  • Organischer Aufbau: Lässt Ihre Organisation bei
    TTN übersetzen, wächst die Datenbank mit jedem Übersetzungsauftrag
    automatisch mit. Dieser Aufbau ist in den Übersetzungskosten
    inbegriffen.

  • Systematischer Aufbau mit Web-to-TM: TermBoy
    wertet Ihren gesamten Internetauftritt aus und erschliesst das ganze
    Begriffsspektrum Ihres Fachgebiets auf einen Schlag. Dieser Aufbau wird
    separat verrechnet.

Der organische Aufbau ist der bequeme Einstieg. Für die Sichtbarkeit in Chatbots ist er allein aber in vielen Fällen ungeeignet, weil die Übersetzungsaufträge nicht das ganze Spektrum Ihres Fachgebiets abdecken – dafür gibt es den systematischen Aufbau.

Wie funktioniert der organische Aufbau über Übersetzungsaufträge?

Sobald eine neue Bestellung (ein Übersetzungsauftrag) eintrifft, beginnt TermBoy zu arbeiten:

  1. Er extrahiert die Terminologie aus den Originaldateien und
    erstellt eine Kandidatenliste.

  2. Begriffe, die sich bereits in Ihrer Terminologiedatenbank
    befinden, werden eliminiert – nur Neues wird weiterverarbeitet.

  3. Eine schnelle KI nimmt eine erste Abschätzung vor und prüft, ob
    der Begriff für Ihr Fachgebiet überhaupt relevant ist.

  4. Erst dann übernimmt eine leistungsfähigere KI: Sie definiert den
    Begriff aufgrund der Informationen auf Ihrer Website. Findet sie dort zu
    wenig Material, zieht sie verwandte Seiten bei, bis der Begriff sauber
    definiert ist.

  5. Anschliessend sucht TermBoy Beispielsätze mit
    Anwendungsbeispielen, grammatikalische Informationen sowie Referenzen zu
    Normen, Wikipedia und anderen Internetquellen – und zwar in allen
    Sprachen der Termbank.

Auf dem Bildschirm unten zeigt TermBoy die Kandidaten, die noch fehlenden Begriffe und die neu eingetragenen Terme in Echtzeit an.

Der organische Aufbau ist in den Übersetzungskosten inbegriffen und wird über den Zeilen- oder Wortpreis abgerechnet.

Wie funktioniert der systematische Aufbau mit Web-to-TM?

Schritt 1: Web-to-TM. Die Übersetzungssuchmaschine von TTN – sie heisst Keybot – lädt alle Internetseiten einer Organisation oder einer Gruppe von Organisationen herunter und organisiert sie in einer Paralleldatenbank. Eine spezialisierte KI zerlegt die Texte in einzelne Sätze und Satzsegmente, eine weitere aligniert sie: Jeder Satz aus den Internetseiten und den heruntergeladenen PDF-Dokumenten wird mit den entsprechenden Übersetzungen abgespeichert und in einen Übersetzungsspeicher eingespeist – in der Fachsprache Translation Memory (TM) genannt. Ein TM verfügt über einen Fuzzy-Match-Index und zeigt dem Übersetzer bei der Arbeit gleiche oder ähnliche Sätze an. Das erleichtert die Übersetzungsarbeit erheblich und verbessert die Qualität, weil immer dasselbe Wording verwendet wird.

Schritt 2: Begriffsextraktion. Sobald alle Sätze in allen Sprachen im Translation Memory abgelegt sind, beginnt TermBoy seine Arbeit. Er extrahiert die Begriffe, prüft, ob sie für Ihr Fachgebiet relevant sind, und erstellt eine Kandidatenliste. Die bereits vorhandenen Übersetzungen sucht er direkt im Translation Memory zusammen. So bleibt Ihre Terminologie ein Kontinuum: Es geraten keine Begriffe in die Datenbank, die bis anhin anders übersetzt wurden.

Schritt 3: Definition und Dokumentation. Jetzt folgt die rechenintensivste Arbeit. Für jeden Begriff durchsucht TermBoy zuerst die Internetseiten des Kunden, trägt ein Maximum an Information zusammen und definiert den Begriff auf dieser Grundlage. Er sucht einen typischen Beispielsatz, der den Begriff erläutert, und erfasst Synonyme und Schreibvarianten. Anschliessend dokumentiert er den Begriff über Wikipedia und zahlreiche Fachseiten – je nach Fachgebiet mit unterschiedlichen Schwerpunkten:

  • Technik: Normen sind zentral. Ein Begriff, der
    in einer ISO-Norm verwendet wird, muss genau so in die Datenbank
    aufgenommen werden.

  • Wissenschaft: Bei Tieren und Pflanzen wird die
    lateinische Bezeichnung angefügt.

  • Recht: Gesetzesartikel und Verfügungen werden
    referenziert, damit der Begriff im juristischen Kontext eingeordnet
    werden kann.

  • Medizin und Pharma: Die einschlägigen
    Fachnomenklaturen werden berücksichtigt, etwa die internationalen
    Wirkstoffbezeichnungen.

Individuelle Anpassung. TermBoy bietet verschiedene Grundmodelle, die für jeden Kunden individuell angepasst werden. Auch der Suchalgorithmus wird pro Kunde aufgesetzt: Es werden sogenannte Prioritätsdomänen definiert – Internetquellen in unmittelbarer Nachbarschaft zu Ihrer Domäne, die bei der Suche bevorzugt berücksichtigt werden. Wird zum Beispiel eine Datenbank für eine Versicherung in der Schweiz aufgebaut, darf das System nicht auf Internetseiten in Deutschland oder Frankreich zugreifen – dort gilt ein ganz anderer rechtlicher Kontext.

Kosten. Der systematische Aufbau ist kostenpflichtig und wird normalerweise pro Eintrag verrechnet. Je nach Fall kommen die Kosten für das Herunterladen der Seiten und den Aufbau des Translation Memory dazu – also der Paralleldatenbank mit den Textbausteinen, die die Grundlage für die Terminologiedatenbank bildet. Diese Kosten hängen von der Grösse und der Struktur des Internetauftritts ab.

Welche Informationen enthält ein Eintrag?

Ein vollständiger Eintrag umfasst den Begriff in allen Sprachen, eine Definition, ein Anwendungsbeispiel, Synonyme, Referenzen und weitere Informationen. Je nach Fachgebiet kommen grammatikalische Angaben (Genus, Wortart), Sprachregister und geografischer Gebrauch, wissenschaftliche Namen, Formelzeichen und SI-Einheiten dazu – und wo es hilfreich ist, Bilder.

Wie werden Bilder eingebunden?

Gerade technische Begriffe lassen sich mit Bildern, Schemata und Zeichnungen deutlich klarer darstellen. TermBoy speichert zwei Arten von Bildern: Bilder, die für alle Sprachen verwendet werden können, und Bilder mit Legenden, die nur für eine Sprache gelten.

Welche Sprachen unterstützt TermBoy?

TermBoy arbeitet mit maximal 250 Sprachen und 20 verschieden Schriftsystemen. Jeder Begriff erhält pro Sprache eine eigene Seite; die Sprachversionen sind untereinander verknüpft, sodass Suchmaschinen die richtige Sprachfassung ausliefern.

Werden die von der KI erstellten Einträge geprüft?

Ja – und zwar gestuft nach Zuverlässigkeit. Das System berechnet für jeden Begriff einen Zuverlässigkeitscode zwischen 0 und 100. Stammt ein Begriff aus einer ISO-Norm, aus Wikipedia oder von einer Seite der Bundesverwaltung, wird er höher eingestuft und muss nicht zwingend kontrolliert werden. Einträge, die unter ein festgelegtes Zuverlässigkeitsniveau fallen, erhalten zunächst den Status «vorgeschlagen». Ihre Fachleute und die Terminologinnen und Übersetzer von TTN können jeden Eintrag prüfen, korrigieren und validieren; der Validierungsstatus ist im Eintrag jederzeit sichtbar. So bleibt transparent, was KI-Vorschlag und was geprüfte Terminologie ist.

Auf Wunsch registrieren wir Ihre Fachpersonen als Terminologie-Verantwortliche. Der Terminologie-Verantwortliche ist die Fachperson, die in ihrem Bereich über die korrekte Benennung wacht: Sie erhält von TermBoy per E-Mail, SMS oder WhatsApp eine Liste der neuen Begriffe, die in einem Übersetzungsauftrag aufgetaucht sind, und validiert diese, indem sie den Status von «unbestätigt» auf «bestätigt» setzt. So ist sichergestellt, dass in Übersetzungen und Publikationen ausschliesslich die im Betrieb gültigen Fachbegriffe verwendet werden – einheitlich, verlässlich und abgestimmt mit der offiziellen Terminologie.

Was ist der Unterschied zwischen öffentlichen und internen Begriffen?

Beim Aufbau der Datenbank unterscheidet der Algorithmus zwischen internen und öffentlichen Begriffen. Interne Begriffe (zum Beispiel Funktionsbezeichnungen oder firmeninterne Ausdrücke) stehen nur den Übersetzerinnen und Übersetzern zur Verfügung, benötigen keine Definition und erscheinen nie im Internet. Öffentliche Begriffe definieren das Tätigkeitsfeld Ihrer Organisation: Sie werden im Web-Glossar publiziert und in der Sitemap referenziert, damit Suchmaschinen und Chatbots sie übernehmen können.